Laternenumzug

Recht gut kann ich mich noch erinnern, dass jetzt – zum St. Martinszeit – die Zeit der Lampions angebrochen war. Auch die Zeit, wo die eine oder andere durch heftigen Wind oder zu heftige Bewegungen des Trägers in Flammen aufging und die Welt nicht mehr in Ordnun war. Es war immer etwas ganz besonderes, wenn wir einmal im Jahr einen Lampion aussuchen durften.

Hier, in Hohenlohe, wo ich jetzt lebe – leitet ein Reiter den Laternenumzug am St. Martinstag.

Woher aber kommt eigentlich der Brauch mit den Laternen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die den Grundstock dazu gelegt haben können. Zum einen wird behauptet, viele Besucher des Grabes des Heiligen Martins hätten an seinem Grab öfters Lichterumzüge veranstaltet.
Es könnte jedoch auch daran liegen, daß früher am Martinstag, 11.11., das Erntejahr dem Ende zuging und das auch entsprechend gefeiert wurde. Nicht nur gefeiert, es war nun auch die Zeit von Kerzen und Lichtern, da die Sonne ja nicht mehr den Tag erhellt.
Eine ganz andere Variante ist die, dass der hl. St. Martin sich wohl im Gänsestall versteckt hielt als die Menschen ihn zum Bischof ernennen wollte – zwangsläufig mussten sie ihn nun mit Lichtern und Laternen suchen um ihm diese Nachricht zu überbringen.

Papierlaternen für die Martinsumzüge gibt es hier käuflich zu erwerben.

Bauernregeln zu St. Martin

Bauernregeln zum St. Martinstag Wenn’s um Maritini regnet und bald darauf Frost einfällt,
so bringt’s der Saat Schaden.
Am Martini Sonnenschein,
tritt ein kalter Winter ein.Sankt Martin trüb
macht den Winler lind und lieb;
ist er aber hell,
macht er Eis gar schnell.Wenn das Laub nicht vor Maritni fällt,
sich ein harter Winter lange hält.Ist um Martini trocken und kalt,
so ist ein gelinder Winter zu hoffen.
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Martinshörnchen für den Martinstag

Ab bzw. am Martinstag werden die Martinshörnchen verschenkt.

Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Vertiefung drücken und die Hefe hineinbröckeln. Die Hefe mit 1 TL Zucker, 5 TL Milch und etwas Mehl verrühren und gehen lassen.

Nach 15 Minuten das Ei, Zucker, Margarine, Salz, Rumaroma und Milch dazugeben und alle diese Zutaten verkneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst. Diesen Teig dann gehen lassen, danach den Teig zum Rechteck formen, in spitzwinklige Dreiecke schneiden, diese rollen und zu Hörnchen formen.

Auf einem gefetteten Backblech nochmals gehen lassen. Das Eigelb mit 2 EL Milch verquirlen, auf die Hörnchen streichen und bei 200 Grad ca. 20 Minuten backen.
Das Martinshörnchen hat die Form einer halbierten Brezel und soll so an die Teilung des Mantels des hl. St. Martin erinnern. Eine gewisse Ähnlichkeit ist auch zu finden mit einem Abdruck des Pferdehufes vom Pferd des Heiligen und soll Glück bringen.

Zutaten:
500 Gramm Mehl, 30 Gramm Hefe, 1 Ei, 80 Gramm Zucker, 60 Gramm Margarine, 1 Esslöffel Rumaroma, 1/4 Liter lauwarme Milch und 1 Eigelb

Martinischiffle

Ein Mürbeteiggebäck in Schiffchenform, zuweilen mit Rosinen gefüllt – oftmals als kleine Bestechung, die die Schulkinder von der Mutter bekamen um sie dem Lehrer zu verehren.

Wer auch heute noch bestechen will:
Zwei Eier verquirlen und in einen Topf geben. 125 Gramm weiche Butter hinzugeben, die auf schwacher Hitze mit den Eiern schmelzen soll, dann eine Prise Salz, 200 gr Zucker, 1/4 Tasse Zitronensaft, ein Beutel Vanillezucker, eine Tasse gewaschene und in Weißwein geweichte Rosinen und eine halbe Tasse grob gehackte Walnüsse dazugeben, alle Zutaten gut verrühren und in fertige Teigförmchen füllen.
Die Masse reicht ungefähr für 15 große oder 20 kleine Schiffchen. Aber Achtung: dieses Gebäck “stopft” ziemlich, also nicht zu voll machen.